Cedrus deodara

 

Sept

25

[Am 25.09.2008; um 16:23:12 h]

By Coffee2Cup

Cedrus deodara: die Koniferenunterlage

Die Cedrus deodara, Himalaya-Zeder, Familie Pinaceae, wächst in ihrer Heimat, dem Himalaya, über 50 m hoch. Hier in Deutschland wird sie etwa halb so groß. Sie wächst in der Jugend mit einem geraden, durchgehenden Stamm und streng kegelförmig, später hat sie eine breite Krone mit peitschenartigen Trieben und Ästen. Die Borke ist bei jungen Bäumen glatt, später leicht rissig und dunkelgrau. Die Nadeln sind 30 - 35 mm lang und damit bedeutend länger als bei allen anderen Arten. Die Nadeln sitzten in dichten Büscheln an den Kurztrieben zu 20st gehäuft. Gewöhnlicherweise sind sie hellgrün, aber man findet auch dunkelgrüne und bläuliche Sämlinge. Die Knospen sind kugelig, hellgrün und harzig. Die Zapfen haben eine Länge von 8 - 12 cm und sind 5 - 6 cm breit. Sie verjüngen sich nach oben hin, stumpf, aber nicht abgeflacht. Die Zapfen sind oft paarig. Jung sind sie bläulich bereift, später rötlich-braun. Die Cedrus deodara reift normal im zweiten im ungünstigsten Fall im dritten Jahr. Die Samenschuppen sind 5 - 6 cm breit und kegelförmig. Weißliche, verkehrt eirunde 1,6 cm lange Samen hat sie. Die Samen sitzen auf einem großen hellbraunen Flügel.

Die Himalaya Zeder keimt hier in Deutschland nur mit einem ganz minimalen Prozentsatz, daher muß das Saatgut eingeführt werden. Die Saat kommt aus dem Himalaya-Gebirge, Italien und aus Frankreich. Die beste Zeit für die Zapfenernte ist dann gekommen, wenn sich die untersten Zapfenschuppen lösen. 1 Hektoliter frische Zapfen bringt etwa 4 kg reines Saatgut. Dazu sollte noch gesagt werden, das man nicht alles abpflücken sollte. Die 1 - 2 jährigen Zapfen sind zwar oft schon braun, aber noch keineswegs reif. Um zu reifen brauchen die Zapfen drei Jahre und zerbröckeln dann. Zu früh geflückte Saat reif nicht nach. Man lässt die Zapfen nach der Ernte liegen, bis man sie aussäen will. Diese Zapfen müssen vorher 48 Stunden ins Wasser um aufzubrechen. Dann werden die Schuppen und Samen durch ein Sieb gerührt. Bis zur Aussaat immer die Samen in den Zapfen belassen, denn dort halten sie sich am längsten und was noch wichtiger ist, am besten.

Die Aussaat der Cedrus deodara nimmt man an besten Anfang Mai vor. Wenn größere Mengen gesät werden werden sollen, in kalten Kasten, bei kleinerem Bedarf auch im Gewächshaus. Die Keimfähigkeit beträgt nach einer Untersuchung bei Cedrus altantica (Atlas Zeder) 52%, bei Cedrus libani (Libanon Zeder) 48% und bei der Cedrus deodara 72%. Man hat dies im botanischen Garten "Nikita" (Krim/Russland) herausgefunden, bei uns ist es in der Regel ähnlich, das heißt, wenn gute Saat vorhanden ist. Die Jungpflanzen der Himalaya Zeder bleiben ein Jahr stehen und werden im zweiten Jahr eingetopft. Ein Teil von ihnen kann schon, besonders bei Cedrus deodara, als Veredelungsunterlage genommen werden. Nach dem Auspflanzen in Freien, werden die Jungpflanzen gestäbt, damit sie einen geraden Stamm ausbilden. Die Ansprüche der Himalaya Zeder sind sehr gering. Da sie in ihrer Heimat auf Grant und Schiefer vorkommt, muß man für einen Wasserabzug Sorge tragen, damit das Holz richtig ausreifen kann. Außerdem wächst diese Zeder in der Jugend sehr langsam. Sie liebt kalkarmen Boden. Alle Zedern sind bei uns nicht winterhart, das heißt, sie kommen, bzw. halten es nur an besonders günstigen Stellen aus.

Man kann die Cedrus deadara auch anders vermehren, nämlich durch Stecklinge. Man steckt sie am besten im Herbst, von den Kurztrieben am mehrjährigen Holz. Sie machen im Gewächshaus sehr bald Kallus und bewurzeln sich während des Winters bei geringer Bodenwärme. Aber Stecklinge von ihr zu machen ist sehr aufwendig und arbeitsintensiv. Außerdem kommen sie im Verbraucherpreis viel zu teuer (Arbeitsstunden etc.), deshalb nimmt man Sämlinge. Auf Cedrus deodara kann man fast alle Arten von Reisern veredeln, besonders gut eignen sich aber folgende Sorten:

Cedrus deodara ´Robusta´
Sie ist härter als die Art, wächst üppig und kegelförmig. Die Nadeln sind blaugrün, aber bedeutend größer als die der Art.
Cedrus deodara ´Verticilata Glauca´
Sie hat einen gedrungenen, schmal aufstrebenden Habitus. Die Nadeln sind auffallend bläulich.
Cedrus deodara ´Weisenannii´
Eine Sorte mit dichter, bläulicher Benadelung. Der Wuchs ist sehr langsam und gedrungen. Auch sie ist härter als die Art.
Cedrus deodara ´Aurea´
Eine Sorte die besonders hervorstechend ist. Die Nadeln sind oft goldgelb und länger als die der Art. Sie vergrünen aber mit Einbruch des Herbstes. Außerdem ist sie weicher als die Art.

Es gibt natürlich auch andere Sorten die auf die Himalaya Zeder veredelt werden. Eine davon ist die Cedrus atlantica ´Glauca´. Und da die Cedrus atlantica in Deutschland sehr rar ist, veredelt man sie auf Cedrus deodara. Sie nimmt das Edelreis gut an.

Cedrus (deodara) atlantica ´Glauca´
Sie hat intensiv stahlblaue Nadeln, die sich nicht verfärben und einen wachsartigen Überzug besitzen. In der Jugend ist sie kegelförmig aufgebaut, oftmals mehrstämmig. Der oft breite Wuchs entsteht dadurch, das der Gipfeltrieb durch Frost mitunter verlorengeht. Sehr starker Kontrast zur Landschaft. Auch ist sie die härteste Zeder.

Quellenangaben:
NIX Wikipedia, damals gab es dieses Online-Nachschlagewerk noch nicht, sondern:
Die Baumschule und Die Nadelgehölze (Gerd Krüssmann Verlag Paul Parey),
BDB Handbücher (Bund Deutscher Baumschulen Verlag Im Eigenverlag erschienen),
Beiträge zur Kenntnis der Industriefestigkeit der Gehölze (Gerd Krüssmann,
Konrad Glocker und Heinrich Fortmann Verlag Dt. Gärtnerbörse Georgi)

Jan Prothmann

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